Südafrika 2021, Südküste und Gardenroute

Für den Herbst 2020 hatte ich mal wieder eine Reise nach Übersee geplant, war doch meine letzte schon 3 Jahre her. Diesmal sollte es 4 Wochen ins südliche Afrika gehen, genau genommen nach Namibia (10-12 Tage) und ins südwestliche Südafrika. Aus Unkenntnis der Begebenheiten vor Ort (wilde Tiere, Distanzen, Sandpassagen/Pannenhäufigkeit) beschloss ich ausnahmsweise auf die Erfahrung eines Tourveranstalters zu setzen und fand nach längerer Suche mit Craig Marshall von MSA Travel Africa einen erfahrenen, lokalen Tourguide/Veranstalter, doch genau mit der definitiven Buchung im März 2020 kam der weltweite Corona Schock. Im August dann kam das definitive Aus und ich beschloss alles um 1 Jahr zu verschieben, war ich doch recht gefangen in einem schmalen Zeitfenster, denn ich wollte beide Länder bereisen und in Namibia steigen die Temperaturen ab Oktober ins unerträgliche, während die Saison in Südafrika eigentlich erst im Dezember beginnt. Ein Jahr später ging es tatsächlich los, wobei ich aus verschiedenen Gründen (Terminkollision bei Motorradmiete und Corona Bestimmungen) auf den Abstecher nach Namibia verzichtete und mich auf einen ruhigeren Trip durch Südafrika beschränkte.

der 2. Teil meiner gefahrenen Route

Südafrika 2021, Tag 10: Somerset West – Cape Agulhas

Offroad: 61 km
– km 146 bis km 184 (SG 2-3)
– km 197 bis km 220 (SG 2-3)
Kein Offroad aber auch schön:
– Sir Lowry‘s Pass (wegen der Aussicht)
– Küstenstrasse von Gordon’s Bay bis Rooeils

Übernachtung: Mermaid Guesthouse

YES! Endlich Sonne! Habe ich natürlich grad ausgekostet und den Sir Lowry‘s Pass nochmal befahren um die Aussicht auf die False Bay mit Somerset West, The Strand und im Hintergrund dem Kap der guten Hoffnung zu geniessen. Die Küstenstrasse Richtung Rooi-Els ist einfach traumhaft, diesmal haben sich auch die Paviane genüsslich vor der Linse in Szene gesetzt und schliesslich in Betty‘s Bay doch noch auch die Pinguine, die ich in der 1. Woche verpasst hatte. Auch die ersten unbefestigten Kilometer machten auf der Yamaha XT 1200 Z richtig Spass, dieses Motorrad wurde definitiv unter Wert geschlagen, fühle mich sauwohl darauf. Wunderbar ging’s leicht hügelig durch Farmland und dann an vielen Tümpeln vorbei Richtung Cape Agulhas, dem südlichsten Punkt Afrikas, what a day! Meinetwegen kann es gerne so weitergehen 😀

Südafrika 2021, Tag 11: Cape Agulhas – Bonniedale Holidayfarm

Offroad: 155 km
– km 40 bis km 123 (SG 2-3 / 3 bei Malgas)
– km 208 bis km 260 (SG 3)
– km 260 bis km 280 teilweise sehr steile ausgewaschene Rampen (SG 4)
Kein Offroad aber auch schön:
– die Kornfelder südlich von Heidelberg
– Garcia‘s Pass (nördlich von Riversdale)

Übernachtung: Bonniedale Holidayfarm

What a day! Mal abgesehen von den ersten 30 langweiligen Kilometern ging’s lange lange 100km unbefestigt über weiche Hügel durch weites Farmland. Ich hatte mir noch überlegt zu tanken, dummerweise sprang die Anzeige genau mit dem Start der unbefestigten Strecke auf Reserve, mit der Zeit wurde mir dann doch recht mulmig, 40, 50, 60 Kilometer und kein Dorf, Dr. Google half mir dann aus der Patsche, obwohl das auch kein Dorf war sondern einfach eine Fähranlegestelle mit 3 Häusern und einer Zapfsäule.

Nach einem langweiligen Intermezzo auf der Hauptstrasse ging es dann über den Garcia’s Pass und dort rechts weg, lange unbefestigt einem Bergkamm entlang bis zu einer Farm wo der Wegweiser dann an einem Gatter hing. Ok, noch einmal 20 km Offroad, die waren dann wirklich hartes Offroad mit ausgewaschenen Rampen mit 25% Gefälle, aber mit der Yamaha meisterte ich dies beinahe ausschliesslich problemlos. Die Bonniedale Holiday Farm ist dann ein Paradies in den Bergen mit eigenem Bergsee, garantiert alles organic und solarbetrieben, der einzige riesige Frust, meine Gopros haben mich auf dem krassesten Teilstück im Stich gelassen, NERV! Das private Abendessen und Hausherr Nico’s Geschichten waren wunderbar, so liess es sich nach dem frühen Lichterlöschen um 22.00 Uhr super einschlafen.

Südafrika 2021, Tag 12: Bonniedale Holidayfarm – Wilderness

Offroad: 90 km
– km 0 bis km 27 (SG 3)
– km 27 bis km 53 (SG 2-3)
– km 53 bis km 78 (SG 2-3)
– Montagu-Pass km 115 bis km 127 (SG 3-4)
Kein Offroad aber auch schön:
– Outeniqua-Pass nördlich von George

Übernachtung: Wilderness Beach House Backpackers

Das Beste kam scheinbar zum Schluss, leider nur scheinbar…. Als erstes ging es von der Bonniedale Farm weiter ostwärts, leider bei weitem nicht so spektakulär wie die Anfahrt von Westen, auch die Weiterfahrt nach George bot kaum Sehenswertes. Ich erlaubte mir dann zur vorgesehenen Tour eine Zusatzrunde einzubauen, zuerst mal wieder richtig Kurvensurfen über den Outeniqua-Pass und als Highlight des Tages den unbefestigten Montagu-Pass zurück. Das war mal ein eher steileres, schmaleres und raueres Stück Schotter aber dann doch nicht so anspruchsvoll wie gestern.

Bei Wilderness führte mich dann das gpx zu einem wunderbaren 4* Guesthouse, leider war da mit der Planung etwas schiefgelaufen, meine Unterkunft war in einem Backpacker gebucht, schade! Dafür gibts hier eine Terrasse mit Aussicht aufs Meer und Hunde die meine Nähe suchen🤪. Genau zum Abendessen gab es für mich zum ersten Mal die Überraschung eines Stromausfalls, da ich oft in selbstversorgenden Lodges übernachtet hatte wusste ich nicht, dass jeweils täglich 1-2 mal der Strom für 1-2 Stunden abgeschaltet wird und dies nun bei knurrendem Magen, zum Glück hatte ich noch eine Notration gesalzene Erdnüsse dabei.

Südafrika 2021, Tag 13: Wilderness – Outeniqua Trout Farm

Offroad: 92 km
– km 5 bis km 10 (SG 2-3)
– km 22 bis km 50 (SG 2-3)
– km 59 bis km 64 (SG 3)
– km 82 bis km 101 (SG 3-4)
– Prince- Alfred’s-Pass km 101 bis km 134 (SG 3)

Übernachtung: Outeniqua Mountain Lodge

Rainman is back again und trotzdem Glück gehabt, heute hätte es böse enden können! Aber erst mal alles auf Anfang, da war diese 7 Pässe Route, die irgendwann nur noch Pässe Route hiess und der Name eigentlich nicht dem entspricht, was man sich darunter vorstellt. Statt Pässe hoch und dann runter zu fahren, ging’s hier immer erst mal runter in ein Tal/Canyon und dann wieder hoch, ach ja, ich bin ja auf der Südhalbkugel:-) Nun, die Strassen waren auch richtig staubig und als ich auf einen LKW auffuhr sah ich einfach überhaupt nix mehr, also schlimmer als dickster Herbstnebel wie ich ihn kenne. Doch diesen Nebel kann man ja überholen, lustig wenn der LKW blinkt und man die Lampen erst 2 Meter hinter dem Heck erkennt, jedenfalls bedeuteten sie wohl dass er mich vorbei lässt, habe ich gemacht und war vorbei, da kommt in der nächsten Rechtskurve einer auf meiner Seite daher (Linksverkehr), an Vollbremsung war auf diesem Belag nicht zu denken, also einfach bremsen, Balance halten und langsam in den Strassengraben steuern, hat bestens geklappt und das Herz klappert noch immer. Später gab es erstmals eine eher urwaldige Passage, recht grob und ausgewaschen teilweise und je höher desto mehr restliche Pfützen und Löcher, die Gewitter und Blitzeinschläge sassen mir auch schon wieder im Nacken.

Die Outeniqua Trout Farm sah von oben super idyllisch aus, bei der Querung des Flusses kurz davor wurde mir angesichts der Gewitter jedoch ziemlich Bange aber die Hausherrin versicherte mir, die Gewitter würden an der anderen Seite der Berge ausregnen, denkste! Da sitze ich nun 2 Tage wunderschön ohne Internet in der Pampa im Regen, das weisse Haus ganz links gehört mir allein;-)

Südafrika 2021, Tag 14: Outeniqua Rundtour

Offroad: 47 km
– km 0 bis km 27 (SG 3)
– Prince-Alfred’s-Pass km 64 bis km 84 (SG 3-4)
Kein Offroad aber auch schön:
– der Canyon südlich von Uniondale km 55 bis km 60

Ein kurzes Vergnügen. Eigentlich wäre heute Ruhetag oder eine 200km Runde angesagt gewesen, meine Kräfte waren gut und ich hatte richtig Bock diese schöne Gegend ein bisschen genauer anzuschauen. Die Gewitter waren auf 14.00 Uhr angesagt und so fuhr ich zuerst auf den vermeintlich schwierigeren Teil, die gut 30km waren problemlos bewältigt als es just zurück auf dem Asphalt mit regnen begann. Der Rest der Runde fiel leider dem Wetter zum Opfer, die Rückfahrt über Uniondale, zuerst asphaltiert durch einen Canyon, dann unbefestigt über den Prince-Alfred’s-Pass und schliesslich durch einen traumhaften, engen Canyon liess ich mir nicht nehmen, den werde ich morgen gleich nochmal, hoffentlich trocken fahren. Ingo, der deutsche Herr des Hauses, ebenso Motorradfahrer und ehemaliger Forellenzüchter versuchte mir den Abend mit seinen Geschichten trotzdem unterhaltsam zu gestalten.

Doktortraktor im Seich, Tag 15: Outeniqua Trout Farm – Stormsrivier

Offroad: 73 km
– Prince-Alfred’s-Pass km 0 bis km 20 (SG 3-4)
– km 23 bis km 55 (SG 3-4) Umkehren wegen Überschwemmungen
– km 79 bis km 100 (SG 3-4) Umkehren wegen Überschwemmungen

Übernachtung: Tsitsikamma Backpackers

Regentag Nummer 10 von 15, mir vergeht die Lust aber sowas von! Schon wieder Planänderung, wegen der Regenfälle wollte ich eine sicherere Route nehmen, nach 15 Minuten prasselte es aber wieder sowas von auf mich ein, hab trotzdem versucht einen unbefestigten Abschnitt zu fahren und habe nach 15km aufgegeben, der Rest war frieren. Es frustriert unglaublich, lange Autobahnfahrten kann ich auch in Europa fahren und im Regen sind fast alle Berge grau. Ich hoffe es gibt echt bald wieder schönere Bilder auf dieser Seite.

Südafrika 2021, Tag 16: Kleine Rundfahrt zur Stormsriver Mündung

kein Offroad dafür hübscher Spaziergang zur Storms River Suspension Bridge

Ruhetag in Storms River, naja, ganz ohne Motorrad ging’s nicht, diesmal aber nur 10km in den Tsitsikamma National Park und dort zu Fuss zur Storms River Suspension Bridge. Sehr hübsch alles, auch wenn der Nervenkitzel hoch auf der Autobrücke grösser war und ein paar Sonnenstrahlen konnte ich auch mal wieder geniessen😊

Südafrika 2021, Tag 17: Stormsrivier – Addo

Offroad: 18 km
– km 124 bis km 127 (SG 2-3) Fotoshooting
– km 185 bis km 200 (SG 2-3)
Kein Offroad aber auch schön:
– km 127 bis km 145

Übernachtung: Rosedale Organic Farm

Die grosse Langeweile, zumindest auf dem Töff. Obwohl knapp 100km entlang der Küste alles mit Tempomat auf 100 abgespult, zumindest bis Jeffrey‘s Bay, danach etwas spannender aber auch wirklich abscheulich.

Ich wurde davor gewarnt aber so hatte ich mir die Müllhalden neben den Townships nicht vorgestellt, seltsamerweise ist dies im Westen nicht der Fall. Die Rosedale Organic Farm ist dann ein schöner Fleck um sich auszuruhen, ausnahmsweise macht auch das Wetter mit und es soll so bleiben😀

Südafrika 2021, Tag 18: Doktortraktor im Addo Elephant Park

Erst der Frust (etwa so wie die Schildkröte) und dann findet mich das Glück doch noch. Heute war Tag der „Safari“, mit dem Motorrad kommt man aber nicht weit im Addo Elephant Park, so wartete ich 2 Stunden bis sich doch niemand weiteres auf einen Game Drive (ab 2 Personen) anmeldete. Ich zottelte frustriert von dannen und fragte zurück im B&B den Chef des Hauses ob er mir einen Tipp hätte. Keith nahm sich glatt den Nachmittag frei und fuhr mich quasi als Soloführung durch den Park, Büffel, Warzenschweine, Elefanten, Kudus, Zebras, Leopardenschildkröten, Mistkäfer und je eine Eule, Cobra und Mungo wurden Zeuge davon.

Als Krönung lud mich der Hausherr noch zum privaten Abendessen ein, eine einmalige Gelegenheit sehr viel über das Land und seine Leute zu erfahren, ein wunderbarer Tag und Abschluss des 2. Teils, ab morgen geht’s dann quasi zurück nach Kapstadt.

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