Balkan-Türkei 2009, die Hinfahrt

Mein erstes grosses Abenteuer auf dem Motorrad. Ok, ich war schon seit 10 Jahren mehrmals allein in Westeuropa (Deutschland, Italien, Frankreich und Spanien) unterwegs, 2006 dann zum ersten Mal im ehemaligen Osten, quasi der östlichen Adriaküste entlang nach Dubrovnik aber nun sollte eine ganz neue Herausforderung auf mich warten. Ohne mich wirklich in einer slawischen Sprache, geschweige denn mit Türkisch verständigen zu können, sollte es nach Kapadokien in der Türkei gehen. Aber manchmal kommt es anders…..

Ein Tagebuch in Stichworten, gemacht für Motorradfahrer und Weltreisende

Zürich-Anamur-Zürich-Uebersicht-1.jpg
http://www.mopedmap.net/route/243735


1.Tag: Zürich-Iseo1.Tag: Zürich-Iseo

  • Distanz:413 km
  • Höhenmeter:9550 hm
  • Belag:Asphalt

am 20.Mai waren die Pässe Mortirolo und Croce Domini wegen Schnee leider noch geschlossen. Das Valcamonica und der Lago d’Iseo scheinen mich magisch anzuziehen, habe dort schon mehrfach übernachtet.

Berninapass am 19.Mai

es war ein frostiger Start, Berninapass am 19.5.2009

 

 

 

 

 

 

 

 

2.Tag-Iseo-Motovun.jpg2.Tag: Iseo-Motovun

  • Distanz:569 km
  • Höhenmeter:unbekannt
  • Belag:Asphalt

Highlight vor allem die Strässchen zwischen Valdobbiadene und Conegliano durch das Anbaugebiet des Prosecco und schliesslich Motovun selbst, hoch auf einen Hügel gebaut.

 

 

3.Tag: Motovun-Cres3.Tag: Motovun-Cres

  • Distanz:87 km
  • Höhenmeter:1860 hm
  • Belag:Asphalt

Cres , der Ort und die Insel sind immer wieder eine Reise wert, ob für Fahrrad oder Motorrad, einfach schön, vor allem der erste Teil ab dem Fährhafen Porozina.

Sunset in Cres 2
Cres, der Ort 

 

5.Tag: Inselrundfahrt Cres5.Tag: Inselrundfahrt Cres

  • Distanz:146 km
  • Höhenmeter:2110 hm
  • Belag:Asphalt

Die durch eine Drehbrücke verbundenen Inseln Cres und Losinj sind sehr reizvoll, dort verstecken sich sehr romantische kleine Orte wie Beli (mit einer Geieraufzuchtstation), Valun, Osor oder Veli Losinj

 

 

6.Tag: Cres-Karlobag6.Tag: Cres-Karlobag

  • Distanz:313 km
  • Höhenmeter:5440 hm
  • Belag:Asphalt / unbefestigte Waldwege

die Strecke Krizisce-Zlobin entspricht nicht der gefahrenen, die Karte ist dort ungenau. Zwischen Mrkopalj und Jesenak grösstenteils nicht asphaltiert, ebenso zwischen Krasno Polje und Smiljan, es sind beides kleine Strässchen in Nationalparks mit wunderschönen Wäldern.

 

7.Tag: Karlobag-Makarska7.Tag: Karlobag-Makarska

  • Distanz:491 km
  • Höhenmeter:7730 hm
  • Belag:Asphalt / unbefestigt

sehr eindrücklich das Gebiet in Bosnien zwischen Drvar und Livno (unbefestigte Strasse), mit tiefgrünen Hochmoorlandschaften, löchrig wie Emmentaler Käse und leider noch sehr vielen Kriegsspuren. Atemberaubend dann auch die Strasse hinunter nach Makarska.

 

8.Tag: Makarska-Orebic mit Korcu8.Tag: Makarska-Orebic mit Korcularundfahrt

  • Distanz:333 km
  • Höhenmeter:5760 hm
  • Belag:Asphalt

sehr sehenswert ist das Flussdelta bei Ploce (Vorsicht, die Polizei blitzt hier oft) und die Halbinsel Peljesac und natürlich wie in ganz Kroatien die Küstenstrasse, Magistrale genannt. Korcula war für mich, ausser natürlich dem Ort selbst, nicht sehr sehenswert. Orebic gefällt mir sehr gut, ist relativ ruhig da die meisten Touristen hinüber nach Korcula fahren.

Blick auf Korcula
Blick auf Korcula

 

11.Tag: Orebic-Ulcinj11.Tag: Orebic-Ulcinj

  • Distanz:535 km
  • Höhenmeter:11920 hm
  • Belag:Asphalt

 Auch für Schweizer können sich die montenegrinischen Berge sehen lassen, die Strasse ab der Grenze bis Niksic ist traumhaft und vor allem die „Küstenstrasse“ entlang des Shkodrasees zwischen Virpazar und Vladimir ist atemberaubend. In Ulcinj ist zum 1. Mal der osmanische Einfluss richtig sichtbar, der Stadtstrand konnte mich von der Wasserqualität her nicht überzeugen im Gegensatz zur Altstadt die hoch darüber auf einem Felsen thront.

rund um Ulcinj und wie im Bild in Bar gibts die ältesten Olivenbäume Europas oder gar weltweit wie uns gezeigte Tafel weismacht.

 

13.Tag-Ulcinj-Ohrid.jpg13.Tag: Ulcinj-Ohrid

  • Distanz:373 km
  • Höhenmeter:unbekannt
  • Belag:Asphalt

ausser der Küstenstrasse sind alle Strassen in Albanien in erbärmlichen Zustand. Die Berge lohnen es aber allemal. Die Strasse zwischen Tirana und Elbasan verläuft zum Teil auf einer Krete und bietet wunderbare Aussicht. Das pittoreske Ohrid am gleichnamigen See in Mazedonien ist auf der Liste des UNESCO Weltkulturerbes.

 

14.Tag-Ohrid-Devin.jpg14.Tag: Ohrid-Devin

  • Distanz:466 km
  • Höhenmeter:9530 hm
  • Belag:Asphalt

Mazedonien bietet landschaftlich leider nicht allzu viel Besonderes, zumindest entlang meiner Route und die Strassen in Bulgarien haben noch grössere Schlaglöcher als die albanischen. Der Grenzübertritt ist unglaublich kompliziert, obwohl mit der neuesten Technik in Form eines USB-Sticks verfahren wird…., dies liegt wohl daran dass diese Grenze quasi eine EU-Aussengrenze ist, davon merkt man aber in Bulgarien noch recht wenig. Die Route entlang der griechischen Grenze verläuft meist in waldigem Gebirge vorbei an Skistationen.

 

15.Tag: Devin-Sozopol15.Tag: Devin-Sozopol

  • Distanz:503 km
  • Höhenmeter:6180 hm
  • Belag:Asphalt

die Strassen in der Nähe der türkischen Grenze sind sehr schlecht, viele Löcher und Schläge aber Sozopol (ebenfalls auf der Liste des UNESCO Weltkulturerbes) ist auf jeden Fall eine Reise wert und wird mit viel Geld der EU restauriert. Es gibt dort sehr viele Hotels da der Strand auch zum Baden im Schwarzen Meer einlädt.

 

18.Tag: Sozopol-Tekirdag

18.Tag: Sozopol-Tekirdag

  • Distanz:590 km
  • Höhenmeter:4940 hm
  • Belag:Asphalt

Für Geschichtsinteressierte (Ruinen einer byzantinischen Festung) lohnt sich der Halt im auf Tourismus ausgerichteten Nessebar, das Gebiet zwischen Burgas und Sofia ist vor allem flach und bietet weite Kornfelder. Für den Grenzübertritt in die Türkei muss min. 1h eingerechnet werden, dabei werden einem auch sehr ungewohnte Fragen gestellt, zum Beispiel nach der Länge des….. Motorrades:-). Tekirdag ist dann Türkei wie ich es mir vorgestellt hatte, viele Lounges und Kaffees an der Uferpromenade der Marmarasee, Alkohol gibt’s dann aber nur in versteckten Ecken.

 
19.Tag: Tekirdag-Ayvalik19.Tag: Tekirdag-Ayvalik

  • Distanz:361 km
  • Höhenmeter:5230 hm??
  • Belag:Asphalt / unbefestigt

die Küstenstrasse zwischen Tekirdag und Sarköy ist nur zum Teil asphaltiert bietet aber atemberaubende Aussichten über die Klippen. Das Übersetzen nach Asien bei Cannakale geht einfach und zügig von Statten. Ayvalik ist dann ganz anders als Tekirdag viel westlicher geprägt, es sind ja auch nur ein paar Kilometer hinüber nach Lesbos. Trotzdem hatte ich eine sehr sehr spezielle Erfahrung gemacht. Am Fernseher lief der French Open Final Federer gegen Söderling als ich mit dem Tischnachbar ins Gespräch kam, seines Zeichens halber Schwede und Kulturattache der Stadt. Plötzlich hiess er mich Aufzustehen, ich hatte nicht bemerkt dass hinter mir eine Militärmusik aufmarschiert war und zum Fahnenaufzug mit türkischer Hymne sollte ich nun auch stramm stehen. Nicht fragen und gehorchen, sein Kommentar……

 

21.Tag-Ayvalik-Emet.jpg
21.Tag: Ayvalik-Emet

  • Distanz:525 km
  • Höhenmeter:unbekannt
  • Belag:Asphalt

die Nebenstrassen sind richtig schön, auch landschaftlich aber die Hauptverbindung Edremit-Balikesir-Küthaya ist bis auf eine kurze Ausnahme bei Dursunbey langweilig, vor allem weil mit dem Motorrad nur in der Türkei auf Landstrassen 70km/h gefahren werden darf. Emet als Nachtlager ist eher eine Notlösung, ich hatte eine sehr spannende Begegnung dort und den Vorabend nochmal diskutiert aber nebst einem 4*Hotel und Spa gibt’s dort praktisch keine touristische Infrastruktur.

 

22.Tag-Emet-Beyshehir.jpg22.Tag: Emet-Beyshehir

  • Distanz:537 km
  • Höhenmeter:7120 hm
  • Belag:Asphalt

atemberaubend ist die Fahrt entlang des Sees bei Beyshehir, auch wenn die Strasse im südwestlichen Teil sehr schlecht ist. Egirdir ist durchaus auch einen Besuch wert, ev. mit Badehose. Auf dieser Etappe wurde ich zwei Mal von der Polizei geblitzt und angehalten, beim 2. Mal wurde ich von einem Auto überholt, dieses wurde vorbei gewunken und mir eine Busse von 120€!! Aufgebrummt, dies führte zum Entscheid die Türkei baldmöglichst wieder zu verlassen. Die Vorstellung mit 70km/h auf Landstrassen am Fahrbahnrand bis Kapadokien dahinzutuckern gefiel mir nun wirklich nicht. Schade, mir hatten das Land und vor allem die Leute sehr gut gefallen!!!

Die Bussen durfte ich übrigens nicht vor Ort begleichen wegen Bestechungsgefahr……..dafür gäbe es Skonto bei baldmöglichster Bezahlung, die wäre auch auf einer Bank möglich wie man mir beschied. Also auf zur Bank am nächsten morgen, doch die wollten von so hohen Rechnungen nichts wissen, der Securitymann rief die Gendarmerie und diese brachten mich in einem Dienstwagen zur Bezirks-Verwaltung und Polizeistation. Nach dem ich 3 mal von Schalter zu Schalter verwiesen wurde bekam ich dann erst mal eine Tee serviert, nach einer weiter Stunde rief mich dann der Beamte vom ersten Schalter zu sich und ich durfte die Rechnung endlich bezahlen….

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