Marokko 2011, die Rückfahrt

Marokko titelblatt

 

20.tag, sidi ifni-tafraout20.Tag, Sidi Ifni-Tafraoute

09.06.2011

Die N12 von Sidi Ifni Richtung Guelmin ist eine wahre Motorradstrecke, durch hügelige Landschaft kurvt sie leicht ansteigend über 50km ins Landesinnere. Ca 10km vor Guelmin erreicht man quasi die Saharaebene, weit und flach, im Norden begrenzt durch den Antiatlas.

Die nächsten 50km gehen über die Ebene bis zum Abzweiger in den Antiatlas hinein und dort steigt sofort wieder die pure Freude am Motorradfahren. Zwischen kargen Bergketten und an Oasen vorbei schraubt sich die Strasse auf eine Hochebene bevor sie sich dann nach den Abzweiger nach Tiznit als wahre Passstrasse hinunterwindet, alles bestens fahrbar.

Ich habe auf die Strecke über Anezi nach Ait-Baha verzichtet, da mein TomTom keine befestigte Strasse anbot, deshalb der Umweg über Tiznit. Ab Ait Milk durchfährt man aus Spanien bestens bekannte Olivenhaine um nach weiteren 10km schliesslich auf die Strasse aus Anezi einzubiegen.

Von Ait Baha bis Tafraout kommt dann das pure Vergnügen in traumhafter Bergwelt, der Antiatlas zeigt sich als wahres Motorradparadies mit besten kleinen Strassen.

Tafraout ist ein hübsches kleines Bergstädtchen eigebettet in wunderbare Bergwelt, das auf Tourismus ausgerichtet ist und einige Hotels hat, ich hatte mich für das sehr schöne «Hotel Antoine» entschieden, nicht bloss wegen des Schwimmbads.

 

21. tag, tafraout-ouarzazate21.Tag, Tafraout-Ouarzazate

10.06.2011

Auch wenn ich mich wiederhole, was für ein Motorradtraum in atemraubender Gebirgslandschaft, zumindest die ersten 130km von Tafraout über Irherm bis Assaki, fast alles zwischen 1000-1800m hoch gelegen auf fast ausnahmslos besten Bergstrassen.

Die 100km N10 bis zum Abzweiger nach Agdz bringen weite Täler mit langen Geraden die dann erst auf der R108 wieder anders aussehen. Zunehmends kommt man dann in Wüstennähe, bis in Agdz plötzlich die Oasen aus dem Draatal auftauchen. Die Strasse von Agdz nach Ouarzazate ist dann wieder eine Passstrasse par Excellence, in tausend Kurven und mit bestem Belag windet sie sich über einen Pass um dann wieder leicht nach Ouarzazate abzufallen, doch auch diese mondäne Stadt liegt noch auf 1100m.

Ouarzazate bietet eine breite Fussgängerzone und einen grossen offenen Platz mit vielen Restaurants. Das Zimmer habe ich im «Hotel Palmeraie» bezogen, etwa 1km ausserhalb vom Zentrum, dafür mit Bar, Pool und gedecktem Parkplatz.

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Die Draa führt in gleichnamigem Tal vorbei an tausend Kasbahs und Oasen Richtung Zagora, bevor sie dann in der Sahara versiegt

 

22.tag, ouarzazate-essaouira22.Tag, Ouarzazate-Essaouira

11.06.2011

Der Pass zwischen Ouarzazate und Marrakesch ist wohl ein MUSS für Marokkofahrer, vor allem die westliche Seite, die in unglaublich vielen Kurven beinahe 2000 Höhenmeter überwindet. Die Strasse ist nicht immer vom Besten, dafür die Ausblicke umso mehr. Der Strecke nach dem Abzweiger von der N9 bis Tahannaout kann ich nichts Erwähnenswertes abgewinnen. Danach versuchte ich es zum zweiten Mal von Asni nach Amizmiz, diesmal bei trockenem Wetter. Bald zeigte sich dass ich eine Woche zuvor wohl zurecht umgekehrt war, die Strasse war mehrfach übelst unter- oder überspült. Ziemlich abenteuerlich dieses Stück aber wenn leicht befahrbar sehr reizvoll, quasi durch eine Schlucht am Ausgang des Atlas. Der zu überquerende Fluss (über so etwas wie eine Brücke), führte immer noch sehr viel Wasser, Schmelzwasser von den frisch verschneiten Bergen und das Mitte Juni!!

Bis Imintanout gibt’s wieder wenig zu berichten, ausser ca 20km Baustelle, die Strasse verläuft meist in langen Geraden parallel zu den Ausläufern des Atlas. 10km nach Imintanout wird’s dann wieder reizvoller, in langen Alleen geht’s zunächst durch karges Land um plötzlich mitten ins üppige Landwirtschaftsgebiet zu wechseln und dann wieder leicht kurvig durch Olivenhaine. Sehr schön ist dann auch das Tal hinunter zur Küstenstrasse und diese inklusive. Ich habe mir dann noch den Abstecher über die kleine, wirklich der Küste entlang führende Strasse gegönnt, eigentlich ein muss, der Genuss wurde jedoch heftig getrübt durch den Anblick wie ein Hirte seine Frau mit dem Stock misshandelte.

Essaouira, ein altes Fischerdorf, ist mittlerweile ein leidlich bekannter Touristenmagnet und so verhalten sich auch die Leute dort, offen gesagt, mich hat es sehr genervt! Kaum aus dem Hotel wurde ich 3 mal heftigst angesprochen, mit Ärmelziehen bis zu wüsten Beschimpfungen, ich solle doch das Land verlassen wenn ich die Leute nicht respektiere.

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Wer’s mag, die Altstadt hat durchaus sehr reizvolle Ecken und gute und teure Restaurants, der Strand ist gross und windig, was auch zahlreiche Kite- und Windsurfer anzieht. Im weniger touristischen Stadtteil fand ich ein kleines, günstiges Zimmer im sauberen «Hotel el Andaluz»

 

 

 

 

24.tag, essaouira-el jadida24.Tag, Essaouira-El Jadida

13.06.2011

Richtung el Jadida ist das meiste wunderbare Küstenstrasse mit dementsprechend viel aber wirklich viel Wind, wer Glück hat, im Rücken. Hatte ich nicht, deshalb der Versuch eines Abstechers ins Landesinnere, der hat zwar sehr wohl seinen Reiz, wenn nicht unvermittelt mit Schuhen nach einem geworfen würde.

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Südlich von Safi gibt’s eine fürchterlich stinkende, riesige Industrieanlage, es empfiehlt sich diese wenn möglich zu umfahren. Das Kap nördlich von Safi, um El Beddouza ist sehr reizvoll, karg weil sehr windexponiert und mit steil abfallenden Klippen.

El Jadida empfinde ich als viel ruhiger als Essaouira, es hat eine riesige Strandpromenade und das entzückende kleine Portugiesenviertel. Es gibt Hotels in allen Preisklassen, ich habe das el Morabitine gewählt, mit Pool, Bar, Club und Restaurant. Bei längerem Aufenthalt empfehle ich einen Ausflug ins ca 20km nördlich gelegen Städtchen Azemmour.

 

26.tag, el jadida-chefchaouen26.Tag, el Jadida-Chefchaouen

15.06.2011

600km und nicht wirklich viel zu berichten, im Radsport würde man von einer Überführungsetappe sprechen. Hervorzuheben ist zum einen der plötzliche Wechsel nach 200km flachem Landwirtschaftsgebiet hinein in einen bewaldeten Einschnitt, eine eigentliche Passfahrt, zwischen Ben Slimane und Rommani. Zum Abschluss dann noch quasi die Krönung durch die Ausläufer des Rif-Gebirges von Ain Defali bis Chefchaouen, atemraubend bei einsetzender Abenddämmerung.

Diesmal wählte ich in Chefchaouen das einfache «Hotel Rif».

 

27.tag, chefchaouen-conil27.Tag, Chefchaouen-Conil de la Frontera

16.06.2011

Zum Abschluss in Marokko gings nochmal richtig schöne 50km durchs Rif nach Tetouan, die 4spurige Strasse danach bis Tanger führt zwar nochmal über einen kleinen Pass aber wirklich sehenswert ist der nicht. Die direkte Strecke von Tarifa nach Conil zieht sich hin wie eine Autobahn, ich hab dann die Küstenstraße bevorzugt, die einiges mehr hergibt, vor allem fühlt es sich an wie auf einem Green nach den Sandlöchern in Marokko, um es mal in der Golfsprache zu beschreiben.

Mein Favorit an dieser Küste ist Conil de la Frontera, ein altes weisses Dorf das sehr gewachsen ist und dennoch einen gewissen Charme bewahrt hat. Das Hotel Bari ist zur Zeit leider geschlossen, es gibt jedoch viele Alternativen in allen Preisklassen.

 

30.tag, conil-la rabita30.Tag, Conil-La Rabita

19.06.2011

500 fast ausschließlich traumhafte Kilometer durch Andalusien. Kaum abgebogen von der A-48 geht’s durch sanfte Hügellandschaft vorbei an Sonnenblumenfeldern bis Medina Sidonia. Ab Alcala de los Gazules beginnt ein meiner Lieblingsstrassen überhaupt, rein in die verschiedenen geschützten Sierras, Kurven ohne Ende und immer wieder atemraubende Ausblicke auf Berge, Täler und die schönsten weißen Dörfer. Da gibt’s vielleicht hier und da mal 10 -15km auf einer Hauptstrasse oder Autobahn (ohne Maut) aber sonst bietet die Route einfach alles fürs Auge wie fürs Motorrad und zum Schluss frohlockt ein kleines Dorf mit ruhigem Strand mit einer Abkühlung im Meer.

La Ràbita gibt nicht viel her fürs Auge ausser einigen Bars / Restaurants in denen es ganz nach Granada-Art Tapas gratis zum Bier gibt (ab Tubo und größer, das Ganze zu 1.50€). Das «Hotel las Conchas» finde ich aber Klasse, mit Balkon auf die Strandpromenade, grösszügige und saubere Zimmer, dazu noch Garage.

 

32.tag, la rabita-bocairent32.Tag, La Rabita-Bocairent

21.06.2011

Diese Etappe kann leicht in 2 Teile gegliedert werden, ein erster fantastischer und ein zweiter zum vergessen. Der Übergang in die Alpujarras und zur Sierra de Filabres einfach schön, gar unglaublich die Strecke von Gergal bis Bayarque, eine Passstrasse in allerbestem Zustand und griffigem Belag, Motorradfahrer was willst du mehr? Danach wirds dann öd, bis auf die Strecke von Albox nach Velez-Rubio wo sich die Strasse teilweise um jeden einzelnen Olivenbaum windet und weiter nach Casas Nuevas durch ein Schweinezuchtgebiet. Den weiteren Verlauf kann man sich sparen ausser man möchte den Marmorabbau mal von nahem sehen.

Ontinyent hat mir gar nicht gefallen, deshalb gings zurück durch die kurvige Schlucht nach Bocairent, eine auf einen Hügel gebaute, mittelalterliche Altstadt. Das «Hotel l’Agora» ist nicht wirklich günstig, bietet aber traumhafte und grosse Zimmer mit bester Ausstattung.

 

33.tag, bocairent-morella33.Tag, Bocairent-Morella

22.06.2011

Die 50km von Bicorp nach Altory gehören für mich mit zu den fantastischsten in Spanien, erst ca 30km durch menschenleeres, hügeliges Vorgebirge, dann eine Hochebene, um dann plötzlich in den riesigen Canyon des Rio Jucar einzutauchen. Danach geht’s lange durchs sehr fruchtbare Hinterland von Valencia, das mich stark an die Toskana erinnert. Nach Casinos geht’s dann wieder in die Berge oder deren Ausläufern entlang Richtung Nordosten, sehr abwechslungsreich aber fast ausschließlich sehr schön, landschaftlich wie strassentechnisch. Überhaupt: die Sierras zwischen Teruel und Morella sind unbedingt ein Besuch wert, die Strassen sind meist fast zu gut ausgebaut und die Berge das Pünktchen auf dem i.

⁨Millares⁩, ⁨Valencia⁩, ⁨2
Rio Jucar bei Millares
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Morella, ein Dorf und eine Festung auf einen Fels gebaut

Morella ist eigentlich für jeden Spanienfahrer ein Muss. Eine Festung auf einen Fels gebaut, das Städtchen rundum eingemauert aber zu Fuss begehbar und dazu eine 360grad Aussicht, fantastisch! Relativ günstig ist das Zimmer im «Hostal Moralla».

 

34.tag, morella-pto selva34.Tag, Morella-Pto Selva

23.06.2011

Kaum abgebogen von der N-232 geht’s zuerst wunderbar kurvig und mit der A-1414 sehr zügig aber wunderschön bis Gandesa. Die C-232 zwischen Flix und les Borges Blanques steigt langsam eine Flusses an um sich dann bei la Granadella an Hügelketten zu schmiegen, wirklich eine Empfehlung dieses Teilstück. Bis kurz vor Vic kann man gerne Alternativen suchen, hat mir nicht gefallen, von Vic bis Olot geht’s dann kurvig durch satten grünen Wald. Sehr schön dann das kurze Stück um den See bei Banyoles bis Bàscara.

Monestir de sant pere
Monestir de sant pere

Puerto de la Selva war bis vor ein paar Jahren nicht so überlaufen wie der Nachbarort Cadaques wo Salvador Dali seine Sommer verbrachte, mittlerweile legen aber immer grössere Yachten im Hafen an. Das «Hotel Mariner» bietet schöne und angenehme Zimmer mit Terrasse und Liegestuhl.

 

35.tag, pto selva-uzes35.Tag, Pto Selva-Uzès

24.06.2011

Gleich der erste Anstieg zum Monasterio de san Pedro bietet eine traumhafte Sicht auf die Bucht von Pto. De la Selva. Von Céret bis Ille-sur-Têt muss sehr viel Zeit eingeplant werden, da geht der tacho kaum einmal über 50km/h, kurven ohne Ende. Durchs Département L’Hérault geht’s wieder zügig voran bis ins bezaubernde Uzès, das Städtchen ist unbedingt ein Besuch wert falls man in der Gegend ist. «Leider» tummeln sich dort auch sehr viele Touristen, ich habe deshalb kein bezahlbares Zimmer im Zentrum gefunden und mich dann im «Hotel le Patio de Violette» ca 2km ausserhalb einquartiert, immerhin bietet das Hotel grosszügige Zimmer und Pool.

Kreidefelsen bei Ille-sur-Têt
Kreidefelsen bei Ille-sur Têt

 

36.tag, uzes-zürich36.Tag, Uzès-Zürich

25.06.2011

Südöstliche Umrundung des Mont Ventoux, super ausgebaute Schnellstrasse von Villes sur Auzon Sault, trotzdem schön. Ab St.Auban sur L’Ouvèze über mehrere kleine Pässe, teils mit schlechtem Belag, immer nordwärts, sehr schön und trotzdem immer gut zum Kilometerfressen. Vom Rhonetal bis Zürich galt bloss, ab nach Hause, sehr zügiges Vorankommen auf dieser Strecke.

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