Marokko 2011, die Hinfahrt

Marokko titelblatt.jpg

1.tag, zürich-cremieu1.Tag, Zürich-Crémieu 

21.05.2011

DIE Flussfahrt schlechthin, entlang des Doubs nach Frankreich und in St Hippolyte geradeaus weiter, die Gegend mit dem Canyon um Ornans und das ganze Stück entlang des Ain (l’Ain)

 

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Die «Auberge de la Chaite» ist ein schönes Hotel mit gutem Restaurant im pittoresken Crémieu.

 

2.tag, cremieu-gignac2. Tag Crémieu-Gignac

22.05.2011

Sehr empfehlenswert ist die Route Annonay-Lamastre-Mirabel und dann natürlich l’Herault, zwischen Villevieille, St.Martin de Londre und Aniane.

Das Hotel «Le vieux Moulin» in Gignac ist schön aber kein Schnäppchen und etwas ausserhalb vom Zentrum, dafür mit Pool

 

3.tag, gignac-foix3.Tag, Gignac-Foix

23.05.2011

Wie immer einfach superschön, v.a. von Clermont l’Hérault nach Roujan und zwischen Fabrezan und Couiza, für mich eine der schönsten Ecken Frankreichs. Speziell zu erwähnen ist die Gorges de Galamus bei St.Paul de Fenouillet, eine sehr enge Schlucht, die Strasse in den Fels gehauen. Vorsicht, extreme Windböen wegen der Thermik und dem Nadelör. Camper kommen übrigens nicht durch, die Strasse ist zu eng!

Foix bietet sich wunderbar an zum Ausspannen. Pittoreske Altstadt und eine Allee mit vielen Bistros, das «Hotel Eychenne» ist eher eng aber schont das Budget.

 

4.tag, foix-zaragoza4.Tag, Foix-Zaragoza

24.05.2011

Die kleinen Pässe Col de Lers, Col d’Agnes, Col de La Core und Portet d’Aspet bieten Motorradvergnügen pur und dann in Spanien vor allem die A-1605 über Bonansa-Benabarre-Binefar. Benabarre wäre wohl beim nächsten Mal einen Besuch wert.

 

spanien pampa

Zaragoza lohnt sich nur schon wegen der bezaubernden Lage und der Basilica del Pilar am Rio Ebro, dem grössten Strom Spaniens, das «Hotel San Jorge» bietet ein sehr gutes Preis-Leistungs Verhältnis

 

5.tag, zaragoza-toledo5.Tag, Zaragoza-Toledo

25.05.2011

Bis Calatayud ist die Route sosolala aber dann wird’s sehr reizvoll. Vorbei am Monasterio de Piedra wo ein Teil von «Lost in la Mancha» mit Johnny Depp gedreht wurde, durch die spröde, in diverse Brauntöne getünchte Pampa Spaniens bis zur N211. Nach wenigen Kilometern gehts links rein in die Sierra alto Tajo wo der gleichnamige Fluss entspringt (der dann in Lissabon ins Meer findet). 2006 wüteten dort gewaltige Waldbrände, schön wie es jetzt wieder grünt. Vor Jahren war ich schon mal entlang der Embalse de Entrepeñas gefahren, deshalb habe ich die Route westlich gewählt. Wunderbar ist das Teilstück von Pastrana zum Teil wieder durch das Tal des Tajo bis Aranjuez, der ehemaligen Sommerresidenz des spanischen Königs und Weltkulturerbe der UNESCO.

Als Nachtquartier wählte ich dann aber Toledo, ebenfalls auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Das günstige «Hotel Martin» fand ich in der Nähe des Zugangs zur Altstadt.

 

6.tag, toledo-sevilla6.Tag, Toledo-Sevilla

26.05.2011

Nicht viel erwähnenswertes, einfach schön durchs spanische «Hinterland», meist sehr dünn besiedelt, Fahrspass ohne Pause. Unterkunft in Sevilla bei Freunden.

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Sevilla, Vorgeschmack auf maurischen Baustil

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

9.tag, sevilla-tarifa9.Tag, Sevilla-Tarifa

29.05.2011

Schönste Strassen von Montellano-Coripe-Olvera und von Ronda hinunter nach Gaucin. Tarifa lockt mit pittoresker Altstadt und guter Infrastruktur und zeigt sich trotzdem noch spanisch.

Das «Hostal La Calzada» im Zentrum der Alstadt bekommt jedoch keine Empfehlung.

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Hafen von Tarifa, Afrika am Horizont

 

10.tag tarifa-chefchaouen10.Tag, Tarifa-Chefchaouen

30.05.2011

Endlich Marokko, zum 1. Mal Afrika aber was für eine Enttäuschung, zuerst der Platzregen in Tanger und dann sehr schlechte Strassen bis Tetouan. Von dort aus leider keine Strasse mehr, da im Neubau auf 120km! Kurz vor Chefchaouen auf der hauptstrasse dann wieder ok.

All die Helfer die sich am Hafen und in Chefchaouen auf eine stürzen sind sehr ungewohnt und lästig, für alles mögliche wird einem Propina abverlangt und sei es auch bloss wenn man das Motorrad am Strassenrand stehen lässt um geld vom Automaten zu beziehen oder sich nach im Hotel nach einem freien Zimmer erkundigt. Kein Vergleich zur Gastfreundschaft der Türken die ich 2 Jahre zuvor erfahren durfte.

Ich wurde auf der Suche nach einer Unterkunft am Strassenrand angehalten. Ein «Guide» hat mich dann zu einem Hotel gelotst, das war aber unterste Schublade. Leider war er kaum abzuwimmeln und verlangte auch noch Geld obwohl ich ohne seine «Hilfe» im «Hotel Madrid» eincheckte. In Chefchaouen nahe der Medina, sehr schöne, kleines Zimmer aber mit traumhaftem, rosa Himmelbett

 

11.tag, chefchaouen-taza11.Tag, Chéfchaouen-Taza

31.05.2011

Chefchaouen hat zwar eine bezaubernde Medina und ist wunderbar gelegen, trotzdem bin ich froh raus zu sein aus dem Rif. Die Hauptstrasse nach Ketama geht grad knapp, trotz oder wegen der vielen Baustellen, doch die Ortsdurchfahrten sind Horror, fehlt doch jeglicher Strassenbelag, zudem wird man von sehr düsteren Gestalten aus ärmlichsten Verhältnissen beobachtet oder gar gejagt wenn’s darum geht Haschisch an den Mann zu bringen. Nach Ketama bessert die Situation mit jedem Kilometer und schon bald ist das erste Mal richtiges Motorradfahren angesagt, sehr schön dann die kleine Strasse runter nach Kala Iris. Die Küstenstraße ist danach spanischem Standard ausgebaut. Schön wird’s dann wieder Zwischen Imzouren und Kassita und vor allem Richtung Taza, wo ich im «Hotel Dauphine» unterkam.

 

 

12.tag, taza-khenifra12.Tag, Taza-Khenifra

01.06.2011

Wenn ich gewusst hätte was mich erwartet, hätte ich wohl darauf verzichtet und doch so viel Magisches verpasst. Die Berge südöstlich von Taza haben es in sich, die erste Tour ist noch einfach zu fahren auf kleinen guten Strassen, das Motorrad könnte man im Nationalpark auch mal stehen lassen und gegen Wanderschuhe tauschen. Nach der Abzweigung der R507 Richtung Maghroua kommt man dann rein in eine fantastische Bergwelt und das unwirtliche Zuhause der Berber. Die ersten 30km sind wunderbar zu fahren und bieten Aussicht auf schneebedeckte Berghänge. Nach einem Abbieger nach links, das Navi zeigt nun 108km zum nächsten Abzweiger!, wird die strasse immer abenteuerlicher und endet nach einigen Fluss- und Schotterpassagen am fuss der Schneefelder in der Berbersiedlung Bouyablane auf weit über 2000m. Von dort geht’s dann genauso abenteuerlich wieder 50km runter nach Rhibate el Kheir, da gibt es also auf 200km keine Tankstelle!!

Ifrane ist dann sehr speziell mit seinen Giebeldächern, sieht aus wie in Deutschland, kann ansonsten aber gut 10km westlich in den Bergen umfahren werden, wunderbar kleine Strässchen auf einer Hochebene bis hinunter nach Khenifra. Khenifra ist eigentlich nicht wirklich eine Reise wert, ist aber als Kreuzungspunkt verschiedener Routen gut gelegen aber auch hier ist das «Hotel Nijah» nicht wirklich empfehlenswert.

Irgendwie fällt es mir schwer, hier am rand der Sahara eine Schneesperre nicht als Fatamorgana wahrzunehemen, auch wenn der hohe Atlas noch weiss gezuckert ist.

 

13.tag, khenifra-tinerhir13.Tag, Khenifra-Tinerhir

02.06.2011

Eine Hochgeschwindigskeitsetappe. Alles bestens ausgebaute Strassen vom Gebirge bis in die Wüste, mit Zottelziegen und Kamelen am Strassenrand, rund um Erfoud muss mit Sand auf der Strasse gerechnet werden. Erfoud hat mir als Etappenort nicht so zugesagt, Rissani wär eigentlich schön, ich hatte aber grad ein bisschen genug von all den Helfern / Verkäufern.

Tinerhir ist ein schönes kleines Städtchen mit einem grossen Hauptplatz und sehr vielen Kaffees drum herum, angenehm und gut für eine Besichtigung der Thodraschlucht. Gestört hat mich die sehr offensive Anmache von Sex suchenden Männern und sehr irritiert war ich vom Bordell in der Altstadt, wo Frauenarme durch Gitterstäbe wie Tentakel nach Freiern greifen. Das Hotelzimmer gab’s sehr günstig, war aber auch nicht mehr wert. Rund um Erfoud gibt es wohl 100 4* Kasbahs für die, die es edler mögen.

 

14.tag, tinerhir-marakesh14.Tag, Tinerhir-Marakesh

03.06.2011

Schon der Eingang zur Thodraschlucht ist ein Highlight, weit über 100m hohe Felswände zieren einen kaum mehr als dutzend Meter breiten Talboden. Darin vestecken sich zahlreiche hübsche Hotels und natürlich die obligaten Souvenierstände, frühmorgens allerdings alles noch schön ruhig….

….kaum lichtet sich die Schlucht ein wenig, nimmt der Rummel auch schon ab und eine wunderbare Strasse führt dann an mehreren Berbersiedlungen vorbei hinauf auf 2700m. In tilmi wollte ich eigentlich wieder südwestlich in die Dadesschlucht, doch die Piste war mir dann zu arg. So gings weiter nach Ilmichil, wo ich eine grössere Stadt erwartete aber einfach ein kleines Bergdorf mit der ganzen Infrastruktur fand, die Tankstelle war jedoch zu. Kurz nach Ilmichil führt die Strasse einspurig an einem ca 200m tiefen Abgrund vorbei, keine Ahnung wie die LKWs dort kreuzen wollen, fürs Moped gibt’s Ausweichstellen. Allmählich erwartete ich eigentlich breitere Strassen die ins Tiefland führen aber s folgten noch 3 kleine Passstrassen bis el Ksiba, das gar nicht auf meiner Route lag aber aus Benzinmangel angefahren werden musste, nach weit über 200km Berg- und Talfahrt.

Wo auch immer angehalten wird, es tauchen immer irgendwelche Kinder aus dem Nichts auf, die Bonbons oder ein Schreibgerät wollen. Auf diesem Abschnitt wäre ich mein ganzes Gepäck losgeworden wenn es damit gefüllt gewesen wäre…..

Um zurück in die Berge zu kommen gings 60km entlang des Atlas, eine Strecke zum streichen. Interessant wurde dann wieder der Aufstieg nach Ouaouizeght, sehr vergleichbar mit den Passstrassen in Südfrankreich. Nach einem schönen Stück entlang eines Stausees mit Bademöglichkeiten, führt die Strasse schön geschungen und zügig fahrbar, stetig leicht hinunter nach Marrakesch.

Dort war ich zum ersten Mal wirklich froh um einen «Helfer» der mich durch ein unglaubliches Gewirr von Autos, Mopeds, Fahrräder und Fussgängern zum «Riad Omar» führte, einem schönen 3-Sterne Hotel mitten im sehr lebendigen Zentrum von Marrakesch.

Der zentrale Platz von Marrakesch «Jamal el Fna» ist wohl für jeden Marokkoreisenden ein MUSS, viele schöne «weltliche» Restaurants umgeben ein Gewirr von Händlern, Gauklern und Essständen. Dies am Eingang zur Medina, der Altstadt, die jedoch unbedingt in Begleitung zu erkunden ist, alleine findet man da niemals mehr hinaus.

 

16.tag, marakesh-sidi ifni16.Tag, Marakesh-Sidi Ifni

05.06.2011

Von Marrakesch bis Tahannaout ist alles flach und öde, doch dann geht’s hinein in eine Schlucht bis Asni, leider wird dort die Strasse grad ausgebaut und ist nun eine riesige Baustelle. Ab Asni wird’s dann sehr schön, ich wollte Richtung Amizmiz abbiegen doch diese kleine Strasse war mehrfach durch Geschiebe und dann auch noch nassen Lehm verschüttet, dass ich mich entschied umzukehren.

Weiter Richtung Taroundant geht’s dann lange Zeit in ein Tal hinein und plötzlich beginnt die Strasse stark anzusteigen auf ca 2150m. Von der Rückseite kann ich nichts berichten, die war Wolken und Nebelverhangen mit Sichtweiten unter 10m, schien mir aber mehrfach spektakulär in den Fels gehauen zu sein.

Die nächsten 100km bis zur Kreuzung bei Ait Babu sind langweilig und flach, von da an geht’s aber durch schönes landwirtschaftlich geprägtes Land, an Kamelherden und einem Stausee vorbei bis zur Hauptstrasse nach Tiznit, unterbrochen jedoch von einem 4km langen Pistenabschnitt der bei trockenem Wetter jedoch problemlos fahrbar ist.

Die Strasse von Tiznit bis Sidi Ifni ist ein Traum. Zuerst geht’s kurvig durchs Hinterland, die Macchia stark an Sardinien oder Kroatien erinnernd und dann der Küste folgend in ständig kurvigem Auf und Ab mit Meerblick. 10 km vor Sidi Ifni muss unbedingt ein Abstecher nach Lagzira ans Meer gemacht werden, die Klippen und der Strand ist für mich das Highlight schlechthin.

Das «Hotel Belle Vue» direkt und hoch über dem Strand von Sidi Ifni aber doch zentral gelegen, bietet Zimmer mit Balkon und Meersicht. Zudem führt es eine Bar mit Wein und Bier und hat diverse Terrassen für Strandscheue.

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